Huiii – nun ist auch die Zeit auf den Inseln sogut wie vorbei..
Angefangen bei diesem Traum-Haus – innen eher pfui (aber sauber und ordentlich), außen hui. Die Räume sind typisch italienisch ungemütlich eingerichtet, die Küche super klein und natürlich ohne Geschirrspüler. Keine gute Sache, wenn man mit fünf Erwachsenen dort haust und die Kids nur mit angedrohter Prügel die Abwaschbürste in die Hand nehmen. Generell haben wir das Gefühl, dass wir das Zuhause einfach hierher verlagert haben. Hinterherräumen, Organisieren, Ermahnen, das übliche – wie daheim 😉
Aber fangen wir vorne an. Das Ninschn ist am Donnerstag Abend gelandet. Wir waren mit Gina am Flughafen und waren gespannt, wie sehr Gina die Ankunftshalle zusammenkreischen wird, wenn sie ihre Nina wiedersieht. Genauso war es auch – praktischerweise hatte Nina aber ein Kuscheltier – einen Delfin – Fini – für Gina dabei und ihn ihr direkt ins Maul gestopft und damit das freudige Gebell erstickt. Gina war selig und überglücklich, einerseits ihre Nina und andererseits ein tolles Spielzeug. Natürlich standen dem ganzen Flughafen die Herzchen in den Augen, als sie Gina mit Fini im Maul rumlaufen sahen.
Seit Ankunft von Nina wurde diese dann kontinuierlich jeden Mittag (also bei Nina Aufstehzeit) und jeden Abend komplett von Gina abgeschleckt. Am Samstag kamen dann morgens der Hübi und Abends der Tommi an. Tommi leider mit sehr viel Verspätung, der hatte keinen Spaß mit RyanAir. (O-Ton Olaf: wer fliegt auch mit RyanAir!). Die Beiden wurden von Gina auch überglücklich begrüßt und Fini musste erstmal allen gezeigt werden.
Die Tage vergehen ja immer wie im Flug. Wir hatten Hammer-Wetter, Olaf, Hübi und ich mussten natürlich auch arbeiten, aber die Nachmittage wurden dann meistens an den traumhaften Stränden in der direkten Umgebung verbracht. Der Strand vor der Haustür ist schon nice – hat zwar viele Steine, aber im Wasser ist dann nur noch feinster Sandboden. Die Temperaturen erreichten weiterhin 30 +/- 2 Grad. Dann gab es da den Strand auf der Ostseite – den Spiaggia Tanka Village (Google Maps Link). Wahnsinn. Wir waren fast das einzige Auto auf dem riesigen Parkplatz. Der Strand bestand nur aus reinstem, feinstem, weißen Sand und netterweise war das Bagni schon geschlossen, hatte aber die Sonnenschirme noch für uns stehen lassen 😉
Hier verbrachten wir einen tollen Tag mit viel Platz, wiedermal traumhaftem Wasser und Wetter und Gina – auch wenn sie offiziell auch hier nicht am Strand sein durfte, konnte auch endlich mal frei herumlaufen, ohne dass wir Angst haben mussten, vom Strand verwiesen zu werden. Denn Sardinien erlaubt anscheinend Hunde generell nicht am Strand.. auch wenn man in der Nebensaison dann häufiger den einen oder anderen Hund dort sieht.
Wir versuchten uns mehrmals im Schnorcheln, aber hier hatten nur Nina und ich Glück. Die ersten Tage war das Wasser sehr ruhig und die Wellen nur ein paar cm hoch. Nina und ich schwammen zu einem Felsen, der ein Stück entfernt vom Strand im Wasser lag. Und tatsächlich konnten wir einen riesigen Schwarm Brassen sehen, die uns neugierig verfolgten. Dazu kamen irgendwelche Putzer-ähnlichen Fische, die am Sandboden herumsaugten und auch ca. 30cm Länge vorweisen konnten. In den Felsen unter Wasser waren eine Menge kleinere, teilweise sehr bunte Fische (Meerpfauen) und sogar ein Chamäleon-Maulbrüter zu finden.
Und im Seegras schlängelte sich dann – leider war Nina gerade mit ihren Augen wo anders – eine Muräne unter uns vorbei und versteckte sich im tieferen Gras. Uuuh aaah, also Muräne, ich weiß nicht, mag ich nicht so. Aber toll, mal etwas Spannenderes gesehen zu haben.
Mehr Glück hatten wir alle aber nicht. Die Tage danach wurde das Wasser rauer, es kam mehr Wind auf. Einen Nachmittag bevölkerten plötzlich zahlreiche Kite-Surfer, ein paar Wind-Surfer und ein paar Wing-Surfer unseren kleinen Strand hier und fuhren rücksichtslos bis auf ein paar Meter an den Strand heran in vollem Tempo hin und her, so dass es unmöglich war, überhaupt baden zu gehen. Vollpfosten! Spannend war es trotzdem anzusehen, wie sie alle durch die Luft flogen.
Einen anderen Tag wollten wir mit den SUPs nochmal los zum Schnorcheln, aber auch da kamen immer mehr Wellen auf, und schließlich versuchten wir alternativ, mit den SUPs die Wellen zu reiten. Wenn man kniet und das Paddel benutzt, klappt es sogar und macht echt Spaß 🙂
Für den Donnerstag hatten wir uns ein Motorboot gemietet und wollten den ganzen Tag verschiedene Schnorchel-Spots anfahren. Ursprünglich war der Mittwoch geplant, da kam dann aber ein Arbeitstermin beim Hübi dazwischen. Freitag sollte es super windig werden, also nahmen wir den Donnerstag, aber auch hier wurden wir schon vorgewarnt, dass es wohl etwas wellig werden sollte…
Wir hätten es vorher wissen müssen und einfach den Mittwoch nehmen sollen. Am Donnerstag hatte Hübi ebenfalls einen Arbeitstermin, also machte es im Nachhinein keinen Unterschied. Hinterher ist man immer schlauer.
Alle freuten sich auf die Tour, Olaf und ich waren nur morgens schon nicht mehr ganz überzeugt, weil unser Zimmer direkt zum Meer hinausgeht und die Brandung ziemlich deutlich zu hören war, im Gegensatz zu den vorigen Tagen…
Was solls, wir versuchen es – und es ging natürlich komplett schief. Es gibt heutzutage wohl nur noch diese großen Schlauchboote mit Außenborder zu mieten – und mit so einem Boot durch – bzw. über – die Wellen zu fahren macht echt nur manchen Leuten Spaß. Mir eher nicht.
Sobald wir aus dem geschützten Hafen rauswaren, wurden die Wellen immer höher. Nina zog sich schonmal eine Rettungsweste an – schlau von ihr, hätte ich eigentlich auch machen sollen. Die Wellen kamen direkt von vorn und mit jeder Welle wurde Olaf und mir mulmiger.
Eine der nächsten Wellen baute sich dann schon vor uns auf – auch wenn es wohl „nur“ 1.5 Meter waren – aus Perspektive von so einem pupsigen Schlauchboot, mit dem man vom Wellental aus dieses Ding auf sich zurollen sieht, ist das nicht lustig. Das Schlauchboot kletterte die Welle hoch und fiel danach natürlich mit einem harten Knallen ins nächste Wellental. Das wars. Wir beschlossen, umzudrehen. Wir hätten das ganze Kap in ca. 20 Minuten umrunden müssen, um auf die etwas geschütztere Ostseite zu kommen. Der Vermieter prophezeite uns schon, dass wir nicht mehr zurückkommen würden, denn die Wellen sollten über den Tag immer höher werden. Wir sollten mit dem Boot dann im Osten anlegen und ihn anrufen, er würde uns dann abends mit dem Auto abholen.
Wir wollten aber ja schnorcheln und baden und nicht mit dem Boot über Wellen springen. Bei dem Wellengang war gar nichts möglich – sicherlich auch nicht auf der Ostseite.
Also – alles Unsinn – wir drehten um und fuhren zurück. Tommi war der Einzige, der darüber nicht glücklich war. Aber es geht eben um Sicherheit und Verantwortung.
Den restlichen Tag verbrachten wir verteilt mit arbeiten und am Strand rumhängen. Nina und ich fuhren zu einer riesigen Bucht auf der Ost-Seite – Spiaggia di Porto Giunco (Google Maps Link). Mega schön, leider ziemlich voll und auch hier wieder – Wauwi-Verbot. Da wir aber schon Hunde in der Strandbar sahen, ignorierten wir das Schild wie üblich – es war auch wirklich klein und schwer zu lesen 😉
Hier waren die Wellen auch ehrlich gesagt kaum niedriger… die paar Boote, die in der Bucht Schutz suchten, schwankten ganz schön hin und her und die Wellen am Strand boten Wellenreitern und Bodysurfern eine Menge Spaß. Wow! Begeistert stießen nachmittags auch die anderen dazu und alle tobten sich in den Wellen aus.
Der Wind wehte einem allerdings auch ziemlich den Sand um die Ohren und ich war ehrlich gesagt froh, mich irgendwann zum Arbeiten mit Gina in den Bulli verdrücken zu können..
Der Freitag war dann – wie vorhergesagt – noch stürmischer und die Kiter nahmen wieder Stellung ein an unserem Strand. Naja, also Strand ist gut, denn von unserem Strand war eigentlich nichts mehr übrig. Die Wellen liefen inzwischen bis zum Zaun, bzw. bis zu den kleinen Dünen. Mit Glück konnte man einen trockenen Fleck finden, wo man sich noch hinsetzen konnte. Auch die Steine wurden von den Wellen den Strand hochgeschoben und so veränderte sich innerhalb weniger Tage das gesamte Bild unseres Hausstrandes.
Der Herbst scheint langsam auch hier einzukehren. Obwohl das natürlich lächerlich ist, wenn man bei 23-25 Grad und Sonne von Herbst spricht, während in Hamburg, bzw. Schleswig-Holstein, eine Jahrhundert-Sturmflut tobt und es aus Eimern schüttet und windet. So wie hier kann mans wirklich viel besser aushalten. Selbst meine Erkältung, die wohl jemand aus dem Flugzeug mitgeschleppt hat, war innerhalb weniger Tage schon wieder weg. So schnell ging das bei mir noch nie!
Heute wurde nun der Hübi zum Flughafen gebracht, morgen folgen ihm die Kids zurück ins kalte Hamburg. Olaf, Gina und ich pendeln uns wieder in unser Reisetempo ein, fahren am Montag ganz entspannt hoch bis Olbia, wo um 22 Uhr unsere Fähre nach Livorno fährt, wo wir am nächsten Morgen um 7 Uhr ankommen. Ich fahr nicht gern Fähre und vor allem nicht nachts – aber was soll man machen. Hoffen wir mal, dass die Wellen sich ein bisschen beruhigen bis dahin.

































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