Vom türkisfarbenen Lac ging es am Morgen des 15.9. früh weiter, finally, in unser geliebtes Italien. Ich zitiere Olaf: ich hätte nicht gedacht, dass mir Frankreich so gut gefallen würde. Wir kommen wieder!

Ja, die Franzosen sind mit ihrer zurückhaltenden Art etwas anstrengend (erinnert an Jean Gabin), vor allem, wenn man sie mit den lebendigen Italienern vergleicht. Aber gerade wir als Norddeutsche sollten die Art der Franzosen – wenn man sie einmal verstanden hat, eigentlich sofort sympathisch finden. Norddeutsch halt. So wie die Jungs in der Flensburger Werbung.

Nach nur zwei Stunden Fahrt erreichen wir Imperia, bzw. Porto Maurizio. Der Campingplatz Eucalyptus liegt praktisch, durch eine (ziemlich hässliche) Unterführung geht es direkt zur Strandpromenade. Wir bekommen einen Stellplatz unten im „Loch“, wo die Plätze sehr klein sind, dafür aber hier wirklich nur VW Bullis stehen. Nachdem wir uns mit Bulli und Zelt auf den kleinen Platz gequetscht haben und schon mit den Nachbarn geklönt haben (sie haben eine Mini-Australien-Shepherd Hündin namens „Emmy“, die aussieht und sich genauso verhält wie Ginas Halbschwester Fjella 🧡 ), sind noch mehr Bullis eingetroffen. Am Nachmittag zählen wir 10 VW Bullis, eine reine Bulli-Parade 🙂

Wir erkunden den Strand und finden tatsächlich recht schnell einen Zugang, an dem kein Wauwi-Verbotsschild hängt. Wo kein Verbot ist, ist es hoffentlich erlaubt, denke ich mir. Wir sind zwar die einzigen Hundebesitzer an diesem Strand, aber keiner – selbst der Baywatch-Typ – sagt etwas. Der Strand ist aufgeschüttet aus einer Art Rollsplit – irgendwie nicht super schön aber andererseits ganz bequem. Und das Mittelmeer ist hier glasklar, hat genau die richtige Temperatur und wartet sogar mit ein paar Wellen auf. Nachdem wir alle herrlich erfrischt sind (es ist heiß!), erkunden wir die Promenade weiter und erklimmen den höheren Teil von Porto Maurizio. Wieder einmal gibt es Trinkbrunnen und tolle Wanderwege, die eine atemberaubende Sicht bieten. Ich liebe die Italiener dafür!

Es ist allerdings auch verdammt warm, die Sonne knallt auch jetzt am späten Nachmittag Mitte September noch ordentlich und die Lust auf einen eiskalten Aperitif wächst. Wieder unten am Meer finden wir eine süße Strandbar (Prino Beach) und fläzen uns in ein Lounge-Sofa, bis die Sonne untergeht.
Danach gehen wir italienisch essen, im „Kilo“ bestellen wir zwei super leckere Pizza Romana – die neue Art von Pizza in Italien.

Den Samstag verbringt vor allem der Olaf erstmal wieder mit der Arbeit. Als wir dann am Nachmittag gerade alles für eine Radtour nach Dolcedo vorbereitet haben (Wauwi-Hänger leerräumen, Fahrräder bereit machen, Taschen packen, Trinken für allemann + Wauwi,..), fängt es an zu regnen. Es gießt – mal wieder unangekündigt – aus Eimern. Gut, dann warten wir halt. Die deutsche Wetter-App zeigt keinerlei Wolken oder Regen an, aber als ich auf die italienische Wetter-Seite gehe, sieht man die Regenwolke doch deutlich über uns. Als es dann wieder trocken ist, ist es zu spät, um noch eine lange Radtour zu unternehmen. Nagut, dann werden heute halt noch ein paar praktische Dinge erledigt und der Einfachheit halber beim brasilianischen Restaurant auf dem Campingplatz gegessen – mit dem besten Mojito weit und breit!

Am Sonntag holen wir dann unsere Fahrradtour nach. Erstmal fahren wir zum Yachthafen und können hier ganz ohne Zäune und Absperrungen die viel zu großen, viel zu teuren und teilweise echt hässlichen Yachten bestaunen. Wer lässt seine Yacht bitte in goldener Farbe lackieren?? Warum muss eine Yacht aussehen wir eine Mischung aus Popeye’s Böötchen und einem Kriegsschiff? Und wieviele Milliardäre gibt es eigentlich, dass alleine hier so viele riesige Yachten liegen? Von Louis – einem Hamburger Bekannten von Olaf, der hier in Imperia den größten Teil des Jahres verbringt – erfahren wir später, dass hier die Ausweich-Liegeplätze sind, weil in Monaco und Saint-Tropez nicht genügend Liegeplätze vorhanden sind.

Mit den Rädern und Gina im Wauwi-Anhänger geht es dann ab ins Hinterland ins 8 Kilometer entfernte Dolcedo (Deutschedo auch gern genannt, weil hier inzwischen einige Deutsche wohnen. Der bekannteste von ihnen war Horst Tappert aka. Derrick.)
Google Maps und auch die Apple Karten App schicken uns mit den Rädern eine steile, lange Treppe hoch, nachdem wir umgedreht und auf Auto-Modus geschaltet haben in der App, verfahren wir uns mehrmals. Beide Apps wollen uns nun in falscher Richtung durch eine Einbahnstraße schicken… Olaf orientiert sich irgendwann einfach anhand seiner Intuition und so schaffen wir es irgendwie doch nach Dolcedo.. aus Mangel an Alternativen dann eben über die normale Straße, Serpentinen inbegriffen. Wir sind wieder einmal heilfroh über unsere E-Bikes (bzw. Pedelecs) – ohne die Motorunterstützung wäre das doch ne ziemlich heftige Strecke, die ich sicherlich nicht gepackt hätte.

Dolcedo selbst ist ein total niedlicher, malerischer Ort, gesäumt von sehr alten Gebäuden. Mehrere alte Brücken spannen sich über die beiden Flüsse, darunter die Ponte dei Cavalieri di Malta, welche die älteste Brücke von Dolcedo ist und laut Bauinschrift 1292 vom Johanniterorden erbaut wurde. Wieder einmal Geschichte zum Fühlen, nicht nur zum Ansehen. Das liebe ich so an Italien. Die Brücke findet man unten in der Bildergalerie ebenfalls wieder 😊

Nachdem wir am Nachmittag wieder am Meer angekommen sind, nutzen wir nun den neu entdeckten und für italienische Verhältnisse riesigen Hundestrand (nur wenige Meter weiter als der Strand, an dem wir am Freitag waren) und springen mit dem Wauwi ins Wasser. Am Strand treffen wir noch einen italienischen Australien Shepherd-Rüden, der farblich aussieht wie Gina, nur natürlich noch sein langes Fell trägt. Die beiden finden sich so toll, dass sie über eine Stunde lang miteinander toben. Währenddessen unterhalten wir (vor allem Olaf, denn „Io parlo solo un po italiano“) uns mit den Besitzern. „Zac“ heißt der Rüde, die drei sind auch auf Urlaub hier in Porto Maurizio.

Den Abend lassen wir zusammen mit Louis (siehe oben) wieder an unserer Strandbar ausklingen – wir haben ein paar nötige Dinge bestellt und an Louis schicken lassen, da man ja nie weiß, wann die Pakete aus Deutschland wirklich ankommen. Aber entgegen der deutschen, unzuverlässigen Paketboten klappt das hier bestens – der Empfänger wird vorher angerufen, so dass der Paketbote keine Tour umsonst unternimmt. Alle Pakete waren innerhalb von nur drei Tagen bereits bei Louis angekommen.
Jetzt haben wir ein paar neue Taschen für den Bulli, denn es fliegt innen einfach noch zu viel herum, was einen festen Platz braucht. Die Taschen werden wir im Piemont mal in Ruhe anbringen. Und für die Schiebetür habe ich ein richtiges Fliegengitter bestellt, welches man angeblich immer eingebaut lassen kann (es hält per Magnet), so dass die Schiebetür immer ordentlich schließt. Mein Fliegengitter Marke Eigenbau ist schon ziemlich durch und weist viel zu viele Lücken an den Seiten auf.
Beim Einbau am Abend – wir werden hier unten im „Loch“ von Mücke aufgefressen – stellen wir allerdings fest, dass das mit dem Schließen der Schiebetür nicht so richtig gut klappt. Man muss den Vorhang doch an verschiedenen Stellen wieder lösen, damit die Tür wirklich schließt. Aber zumindest ist er komplett dicht und wir sind hoffentlich – vor allem später auf Sardinien – sicher vor Skorpionen oder Spinnen – oder Olafs Lieblingstieren, den Scolopendras.
Den restlichen Abend packen wir noch ein bisschen zusammen, am nächsten Morgen geht es ab ins Piemont auf ein Weingut, in eine richtige Wohnung mit einem eigenen Klo und einer eigenen Dusche! Wow! Der Bulli bekommt eine kleine Verschnaufpause und wir haben Platz, um alles einmal auszuräumen und den Bulli, das Zelt und den „Teppich“ zu reinigen.

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