Wir haben uns ein Weingut im Piemont gesucht und zum ersten Mal, seit wir bei der Oma in Speyer abgereist sind, eine feste Unterkunft gebucht. Irgendwie war es dringend mal nötig. Ein bisschen Hüftschmerzen hier, ein bisschen Nacken da, ständig stößt man sich irgendwo und es muss sowieso mal alles, inklusive Bulli, durchgewaschen werden.
Der erste Treffer mit guten Bewertungen bei Google war das Ada Nada in der Nähe von Alba. Wir hatten spontan ein kleines Ferienhaus gebucht, das abseits vom Weingut, aber anscheinend direkt neben dem Haus der Eigentümer stand. Drum herum gab es viel Platz, einen Garten, ein hohes Carport, einen eigenen Pool. Wir hatten Waschmaschine und Staubsauger zur Verfügung und sogar einen Gartenschlauch. Perfekt für unser Vorhaben 😉
Und der Ausblick.. einfach Wahnsinn. Wir hatten von dort oben einen Rundumblick über die Weinhänge. Von Norden über Westen bis Süden lagen uns Täler und Hänge voller Weintrauben zu Füßen. Der Blick reichte natürlich auch weit genug, um die Seealpen einmal rund herum zu sehen. Hier eine Spitze mit 3800m Höhe, und weiter drüben im Nord-Westen war sogar der schneebedeckte Monte Rosa mit 4600m Höhe auszumachen. Wow.
Allerdings hingen wir in den ersten Tagen ein wenig in den Wolken, so dass die Sonne erst spät zu uns durchkam. Das machte die Nächte zur Abwechslung mal kühl und wir mussten tatsächlich mal wieder die langen Klamotten auspacken. Auch machte die Feuchtigkeit den Lehmboden nicht gerade zum Gassi-Vergnügen.. siehe Fotos.
Das Ada Nada hatte unten am Weingut einen Kühlschrank mit verschiedenen Weinsorten, wo man sich anhand einer Chipkarte Proben ziehen konnte. Leider war der Barbaresco aus, und so entschieden wir uns für eine Flasche Barbera d’Alba und einen Rosato „Emma“. Lecker!
Die sechs Tage vergingen dann doch irgendwie mal wieder wie im Flug. Wir sind gewandert (bergauf, bergab, bergauf, bergab, wow, diese Weinhänge sind STEIL) und dabei zufällig auf die „Rocche dei sette fratelli“ (Die Felsen der sieben Brüder) getroffen. Die Legende besagt (kurz gefasst), dass die sieben Brüder gemein zu ihrer Schwester waren, dann auch noch Gotteslästerungen von sich gaben und Gott somit einen Abgrund unter ihren Füßen schuf. So entstand diese Schlucht.
Wir haben Turin besucht und uns ein bisschen verliebt – was für eine entspannte, nette Stimmung. Gina wurde von einer völlig hundevernarrten Bedienung im Cafe mit Prosciutto vollgestopft, so dass ich sie kaum noch kontrollieren konnte vor Fresswahn. Nächstes Mal sage ich wohl lieber, sie wäre allergisch..
Interessanter Weise freut man sich sehr schnell wieder auf den Bulli und vermisst die eigenen Betten und die Sicherheit vor Scolopendras und Mücken von Anfang an. Man schläft im eigenen Bett doch immer am Besten..
Am Samstag musste dann alles Innenleben wieder zurück in den Bulli. Und das ist erstaunlich viel. Wir werden mal irgendwann einen Beitrag mit unserem Gepäck machen.. verrückt, dass alles unterkommt, denn in der Wohnung hatten wir uns doch reichlich ausgebreitet mit unserem Gedöns..
Am Sonntag früh ging es dann zeitig los, um die Fähre von Genua rüber nach Korsika zu nehmen. Wir sind schon ganz gespannt, ob Korsika den ganzen Schwärmereien gerecht wird!






























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