Von diesem verrückt heißen Tag und vor allem der darauf folgenden Nacht mussten wir uns erstmal ein paar Tage lang erholen 😀
Auf den Tag mit 36 Grad am Campingplatz (31 am Strand) folgte eine Nacht mit einer niedrigsten Temperatur von 27 Grad – und absoluter Windstille. Als wir dann irgendwann zu müde waren, um draußen abzuwarten, dass es kühler wird (machte ja auch keinen Sinn), lagen wir mit offener Heckklappe, offener Schiebetür, offenen Fenstern und bei Olaf oben im Aufstelldach komplett offener Front im Bulli – und waren kurz vorm hecheln. Gina wäre mir in dieser Nacht eingegangen oder hätte ständig unter kalten, nassen Handtüchern liegen müssen, wäre sie nicht vor unserem Trip noch auf 3cm Felllänge geschoren worden.. ich war mal wieder SO FROH, dass ich das habe machen lassen, auch wenn ich tagelang hätte heulen können um das hübsche, lange Fell 😉
Irgendwie hat man es dann geschafft und ist irgendwie eingeschlafen – so um 1 Uhr nachts.. Die Windstille machte es aber so unerträglich unten im Bulli, dass ich die Lüftung einschalten musste (Notiz für die Einkaufsliste: 2x kleine 12-Volt-Ventilatoren für zu warme Nächte..)
Und dann kam endlich ein bisschen Wind auf .. aus Richtung Nord-Ost / Ost. Herrlich.. wir schliefen ein, nur um kurz darauf von einem widerlichen Gestank geweckt zu werden. Irgendwie roch es verbrannt. Aber nicht normal verbrannt, sondern als würde etwas brennen, was man definitiv nicht brennen sollte.
Nach den ganzen Waldbränden in Europa, speziell in Griechenland in diesem Sommer, läuteten bei uns natürlich gleich alle Alarmglocken.
Olaf tippte sofort auf die von mir eingeschaltete Lüftung. „Du hast den Bulli kaputt gemacht! Mein Anteil am Bulli steigt!“ Ich erhöhe dann nachher mal die Zahl der Schlägereien auf der Startseite um +1 😉
Wir liefen wie die Zombies über den völlig ruhigen, schlafenden Campingplatz. Irgendwie schien niemand anders diesen fiesen Gestank wahrzunehmen – oder sie waren alle schon ohnmächtig geworden?
An bestimmten Stellen war es weniger, an anderen mehr. Interessanterweise bei uns in der Ecke am stärksten. „Also doch der Bulli!“ (-> Anzahl Schlägereien + 2)
Wir legten uns wieder hin – irgendwie war der Gestank wieder verflogen. Für wenige Minuten. Boah.. diese Scheiß Hitze.. und dann dieser Gestank.. die (unterdrückte, wir haben vorsichtshalber nicht laut drüber gesprochen) Angst, dass gleich der ganze Wald in Flammen steht..
Wir schnappten uns die letzten zwei FFP2 Masken, die wir vorsichtshalber mitgenommen hatten, den viel zu müden Wauwi und liefen los in Richtung Rezeption. Noch immer war kein anderer Mensch aus seinem Camper oder Zelt gekrochen. Merkwürdig..
Natürlich war die Rezeption nicht besetzt.. wir liefen also weiter, vielleicht konnte man ja irgendwo irgendetwas sehen.. ?
Nö. Rien. Der Verkehrskreisel lag still da, der Gestank wehte auch hier vorbei. Ein paar französische Jugendliche flitzten mit einem E-Scooter an uns vorbei, zu schnell, um sie nach der Ursache zu fragen.
Nagut, was solls. Wir gingen also zurück zum Bulli und saßen da, mit unseren FFP2 Masken, durch die der Gestank aber leider auch durchdrang. Bäh. Ich wollte aber wissen, was los war, und vor allem wissen, dass wir nicht von irgendeinem Feuer im Schlaf überrascht würden. Google is your friend.. ich suchte nach französischen Nachrichtenseiten, französischen „Blaulicht“-Seiten, akuten Brand/Waldbrand-Seiten.. immerhin, mein Französisch (gelesen) wird immer besser.. aber ich fand nichts über irgendwelche aktuellen Notfälle, Warnungen oder ähnliches. Die Warn-App „NINA“ funktioniert hier nicht, aber anscheinend hat Frankreich auch so ein Not-Warn-System, das dann alle Handys in der Umgebung durchdrehen lässt – ganz ohne App.
Irgendwann fand ich dann endlich bei Google einen Hinweis. „Gestank Saint Girons Plage“ führte endlich zu einer Bewertung eines benachbarten Campingplatzes. „wenn der Wind falsch steht und der Gestank von der Papierfabrik in Vielle Girons rüberweht stinkt es unerträglich“.
Puhhhh.. ok.. das erklärt einiges.. es ist allerdings keine Papierfabrik, sondern eine Terpentinfabrik. Immerhin, mit dieser Erklärung konnten wir endlich wieder beruhigt und soweit wie möglich bei 27 Grad weiterschlafen. Die Nacht blieb leider kurz, da das Thermometer schon früh in Richtung 30 Grad kletterte.. Aber am Abend dieses zweiten noch recht heißen Tages kam endlich ordentlicher Westwind auf, nachts zog ein ordentlich schepperndes Gewitter über uns hinweg und seitdem ist es merklich kühler und die Wellen auch wieder deutlich höher 😉






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