Heelloooo i’m back … hatte mal n paar Tage abgewartet, ob der olle Olaf mal was schreibt.. aber der arbeitet einfach gerade zu viel und deutlich mehr als ich. Also bin ich weiterhin in Blog-Duty.
Die Zeit am Lac de Saint-Croix (11.9. – 15.9.2023) ist schon länger vorbei, wir sind schon zwei Stationen weiter.. also schnell aufgeholt:
Der Campingplatz Les Pins liegt direkt am See, so dass wir vom Campingplatz-Ausgang bis zum Wasser nur zwei Minuten laufen müssen. Ich hatte vorher extra einen Stellplatz ausgesucht, der direkt an diesem Weg liegt und außerdem Blick auf den See bietet – doch mussten wir feststellen, dass da noch eine schmale Zufahrt-Straße und vor allem auch ein Zaun zwischen unserem Stellplatz und dem See liegen. Mist. Wir dachten, wir könnten vom Platz aus direkt unsere SUPs zum Strand schleppen, ohne Umwege. Außerdem fuhren nun tagsüber ständig Campingwagen, gerne mit stinkenden alten Dieselmotoren, direkt an uns vorbei.
Davon abgesehen war der Platz aber super, die Betreiber-Familie wahnsinnig freundlich und sprechen diverse Sprachen fließend. Das Herz des Campingplatz-Hundes eroberte Gina auch im Sturm und unsere Schweizer Nachbarn waren super freundlich, so dass wir uns irgendwie ständig mit ihnen unterhalten haben. Deren kleine Hündin, Ambra, war sooooo süß, die hätten wir am liebsten geklaut.
Am ersten Tag wurden nach der Arbeit die SUPs aufgepumpt und bepackt mit Badeklamotten, machten wir uns auf den Weg, den Lac de Saint-Croix mit seinem tatsächlich richtig türkisfarbenen Wasser zu überqueren. Also in der Breite (von Süd-Ost nach Nord-West) von knapp 2km – denn in der Länge ist der See dann mit 10km doch etwas zuuuuu lang..
Als wir dann loskamen, war schon ein leichter West-Wind im Gange – aber es war sonst kein schlechteres Wetter angesagt, also weiter.
Zwei Kilometer mit dem SUP sind mit etwas Wind doch nicht ganz so schnell geschafft, und als wir endlich drüben anlanden konnten, waren wir die, die geschafft waren 😉
Die Sonne war inzwischen von Wolken gefressen worden (die waren auch nicht angekündigt!) und wir nutzten die letzten Strahlen, um noch schnell im See zu baden. Dieses Wasser! Unglaublich. Das Wasser war leider nicht so klar, wie das vom Tarn. Dafür war es wirklich sehr, sehr türkis. Gerade, wenn man auf dem SUP stand, konnte man es noch besser sehen. Schaut euch mal die Fotos unten in der Galerie an – Hammer!
Die Farbe kommt vom Kalk, denn der Verdon hat sich nach der Eisschmelze in den Kalkstein gefressen, so dass die Verdon-Schlucht entstand. Der Verdon wurde 1973 aufgestaut zum Lac de Saint-Croix. Dafür musste leider das Dorf Les-Salles-sur-Verdon „versetzt“ werden – also überflutet und weiter oben am Berg neu aufgebaut. Dumm nur, dass im alten Les-Salles eine historische Brücke aus dem 6. Jahrhundert mit im Stausee versank, die mit neun Bögen den Verdon überspannte.. für erfahrene Taucher sicherlich spannend, aber der See ist bis zu 90 Meter tief, also nix für uns und unsere Schnorchelmasken.
Gut, zurück zur anderen Uferseite. Leider erscheinen jetzt schon dunkle, hoch aufgetürmte Wolken, die ziemlich stark nach Gewitter aussehen.. und der Wind nimmt zu.
Na super – sagen wir uns – und packen schnellstmöglich die SUPs, ziehen Gina wieder ihre Schwimmweste an und paddeln los, zurück zum Campingplatz.
Dummerweise kommt der Wind aber halt von Süd-Westen – also ziemlich genau im 90-Grad-Winkel zu unserer Strecke – und unsere SUPs verhalten sich ganz brav wie es auch Wellenreiter-Bretter tun würden: sie lassen sich von den inzwischen ca. 30cm „hohen“ Wellen tragen. Leider heißt das, dass wir die ganze Zeit links paddeln müssen, damit die Bretter sich eben NICHT von den Wellen drehen lassen. Sonst landen wir nachher doch am nördlichsten Ende des Sees – und das ist noch weeeeit weg.
Ich fluche still vor mich hin – vor allem, weil wir uns gerade erst wunderbar peinliche Rettungswesten bei Decathlon gekauft haben – und sie heute nicht dabei haben, weil das Wetter ja so toll sein sollte. Gina bemerkt meine Unruhe und liegt ganz brav auf dem SUP (normalerweise turnt sie auch gern mal rum, will rüber zu Olaf wechseln oder so – jetzt liegt sie ganz still). Mein linker Arm und meine rechte Schulter fangen irgendwann echt an weh zu tun – auch Olaf ist hinter uns am kämpfen mit seinem SUP und seinem Paddel.
Irgendwann haben wir es dann doch geschafft, landen aber deutlich weiter nördlich am Ufer als unser Campingplatz liegt. Wir legen uns auf den (Kies-)Strand, fluchen und freuen uns wie Gestrandete, dass wir es geschafft haben.
Den Rest der Strecke müssen wir uns noch durch zwei Flussmündungen kämpfen und immer gegen den Wind an – ich bin kurz davor, einfach loszuheulen und alles an den Strand zu werfen und aufzugeben. Ich kann echt nicht mehr. Aber am Ende landen wir dann doch irgendwie mit allem Material heile am Campingplatz, trinken einen Aperol-Spritz aus unserem eigenen Bulli-Kühlschrank, Gina geht nach ihrem Futter sofort schlafen und wir kochen uns eine späte, einfache Nudeln-Pesto-Mahlzeit. Fazit des Tages: Wind und SUPs – keine gute Idee…

Am zweiten Tag am Lac tun uns natürlich alle Muskeln weh und wir sind todmüde. Also denken wir uns, machen wir mal einen gemütlichen Tag, fahren mit den E-Bikes zur Verdonschlucht rüber (die ja am Nord-Östlichen Ende des Lac de Saint-Croix beginnt) und leihen uns dort ganz faul ein kleines Elektro-Boot (andere Motoren sind auf dem ganzen See zum Schutz der Natur verboten), um die Verdonschlucht zu erkunden. Auf SUPs und Paddeln hat heute keiner von uns Bock.
Nach einem etwas umständlichen doch ziemlich anstrengenden Weg am See entlang, wo man definitiv nicht Fahrrad fahren sollte, schaffen wir es irgendwie, mit Wauwi im Fahrrad-Anhänger, an einem Bootsverleih anzukommen. Wir bekommen ein Böötchen für zwei Stunden für viel zu viel Geld und tuckern los…. mit gefühlten 2km/h. Olaf reißt ziemlich schnell der Geduldsfaden – für dieses Schneckentempo sind wir viel zu weit vom Eingang zur Schlucht entfernt, um je dort anzukommen.
Also drehen wir um, fragen den Typ nach einem schnelleren Boot und er sagt uns, dass wir wohl besser nach Saint Tropez fahren sollten, wenn wir schnelle Boote wollen 😀 😀
Für die Antwort bekommt er definitiv 100 Punkte. Er ist sauer, wir sind froh, dass wir (fast) unser ganzes Geld zurück bekommen und fahren weiter, direkt bis zum Anfang der Schlucht, um uns dort etwas zu leihen. „Da sind wir ja mit nem Tretboot schneller“ sagt Olaf, und so leihen wir uns eben ein Tretboot. Hauptsache nicht Paddeln heute!
Das Tretboot bekommen wir aber nur für eine Stunde, da es angeblich nachher gewittern soll. Komisch nur, dass immer und immer weiter Leute mit Booten vom gleichen Verleih in die Schlucht nachkommen, und selbst als wir nach einer Stunde das Ding wieder abgeben, werden weiter fröhlich Tretboote verliehen. Von einem Gewitter ist echt nichts zu sehen.
Die Schlucht war interessanterweise kein Knüller für uns.. wir waren eher enttäuscht. Nachdem wir die Tarn-Schlucht so schön auf eigene Faust entdeckt haben und dort kaum jemand unterwegs war, hatten wir hier Touristen ohne Ende. Überall waren Kanus, Kajaks, Tret- und Elektro-Motorboote. Alles war voll mit Menschen. Aaaaaah!
Wir hatten nur kurz Zeit, an einem ziemlich steilen Ufer anzulegen, um wenigstens einmal in den Verdon zu hüpfen. Zum Glück sind wir nicht gehüpft, sonst lägen wir wohl beide mit Herzversagen irgendwo herum. BOAH war das KALT! Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass der Verdon wohl nur so um die 12 Grad hat.
Den dritten Tag feierten wir erstmal, dass Olafs aktuelles Projekt, das sich jetzt ziemlich in die Länge gezogen und viele Abende, Nächte und Wochenenden Arbeit gekostet hatte, abgeschlossen war! Juhu! Die komplexe Website war endlich online, der Kunde testete noch final, aber das Schlimmste war geschafft!
Also nochmal auf die SUPs und losgepaddelt zu der niedlichen Herz-Förmigen Insel auf unserer Ufer-Seite. Diesmal behielten wir den Wind etwas schärfer im Auge. Wir legten an der Insel an und warteten ab, wie sich die mal wieder spontan aufgetürmten Wolken über uns entwickeln würden – doch die verteilten sich dann doch einfach nur und es passierte nichts weiter. Doch der Wind – diesmal aus Osten – war stärker geworden und wir mussten, um die Herz-Insel zu umpaddeln, genau gegen ihn anarbeiten.
Diesmal also stiegen wir von den SUPs und zogen sie im seichten Wasser hinter uns her.. nochmal so ein Krampf wie vorgestern musste nicht sein.. Gina lief glücklich am Ufer der Insel mit und sammelte Schätze (Stöcker), die sie dann versteckte.
Am östlichen Ufer der Insel angekommen, stiegen wir wieder auf die SUPs – und diesmal war der Wind unser Freund. Rückenwind und auch die Wellen rollten natürlich von hinten unter den SUPs durch, das war mal ein ganz anderes Gefühl. Wir ließen uns von Wind und Wellen zum Westufer der Insel tragen und paddelten dann, irgendwie immer noch größtenteils mit Rückenwind (muss wohl gedreht haben), zurück zu unserem Strand. Der Donner grollte irgendwo im Hintergrund, aber auch dieses Gewitter zog an uns vorbei.
Was für ein schöner Abschluss für die Zeit an diesem traumhaft schönen See.. leider haben wir es nicht geschafft, die Auto-Tour in die Schlucht hinein noch zu machen und wir mussten am nächsten Morgen zeitig los nach Imperia.. aber der See war ein toller Tipp von Lena, Olafs Nachbarin. DANKE!!!

















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