Eine Moral von unserer Tour ist definitiv, dass sich das Wetter in (West-) Europa ziemlich ähnlich verhält. Ob man nun in Hamburg, Freiburg, am allersüdlichsten Zipfel von Europa in Tarifa oder am französischen Atlantik ist.. irgendwie ist überall Aprilwetter.
Oder der Klimawandel ist schuld.
Am Atlantik hatten wir zumindest ein paar super warme Tage – so wie ihr in Deutschland auch. Also auch hier: kein großer Unterschied. Die restlichen Tage sahen zwar in der Wetterapp gut aus, aber es herrschte meistens ein recht fieser Nord-West-Wind, der einem so richtig ins Mark ging. Aber immerhin wars sonnig und so konnten wir viel Müll sammeln, um uns warm zu halten.
Am 14.04. gings dann weiter – nochmal 1040km Fahrt lagen vor uns. Zum Glück konnten wir den Campingplatz früh verlassen, und so waren wir bei Sonnenaufgang schon eine Stunde unterwegs.
Das Ziel diesmal: Colmar.
Da das Wetter ab dem 15.04. überall in Frankreich und Deutschland gleich gruselig werden sollte (kalt, regnerisch, teilweise runter bis 0 Grad..) mussten wir uns gezwungenermaßen wieder in eine Ferienbutze einmieten.. um es nicht völlig überteuert werden zu lassen, aber zumindest in der Nähe von Agentur und bekannten Gesichtern und etwas Action zu sein, entschieden wir uns für Colmar.

Die Bude war modern und top sauber, vor allem funktionierte die Heizung und wir konnten mit genügend Platz arbeiten. Die Betten und die Dusche waren gut, die Waschmaschine verschimmelt, der Induktionsherd sehr wählerisch mit den Töpfen und der Staubsauger nicht benutzbar und es gab keinen Besen (schwierig bei viel Regen mit einem schlammigen Hund). Aber egal – draußen wars echt eklig und wir waren nicht auf irgendeinem verlorenen, einsamen Campingplatz auf unseren 2qm eingepfercht.
Da das Wetter eh mies und saukalt war – so wie überall – waren wir viel drinnen und haben viel, viel gearbeitet. Zwischendurch haben wir uns die sehr hübsche Altstadt von Colmar angeschaut – irgendwie fanden wir sie schon ein bisschen ‚drüber‘ über ‚wow wie süß‘ – irgendwie wars too much. Und die Leute im Rheintal scheinen gerne zu Ostern und Frühling eine Dekorations-Schlacht zu führen. Überall hing und stand Deko herum. Auch unsere Ferienbutze war übrigens überall vollgestopft und vollgehängt mit irgendwelchen Deko-Artikeln. Gruselig!
Nagut, die Gegend, in der wir da gewohnt haben, war etwas merkwürdig. Wir hatten einige Neubaugebiete in der Nähe, dazwischen aber immer mal ein, zwei Felder, mal wurde Salat angepflanzt, dann stand da nur hohes Gras, dann gabs plötzlich ein Grundstück, das eher wie ein Kleingarten aussah. Dann auf einmal ein Mehrfamilienhaus mitten in lauter Einfamilienhäusern. Bebauungspläne gabs hier wohl nicht.

In die Vogesen sind wir natürlich auch gefahren, um auf zwei Wanderungen alte Burgruinen anzusehen. Die Wanderungen waren auch echt schön und die Ruinen beeindruckend, aber das Wetter… bei der ersten Wanderung hat es gehagelt und geregnet, bei der zweiten Wanderung geschneit. Absolutes Aprilwetter. Und am nächsten Tag sah man überall hoch im Schwarzwald und hoch in den Vogesen weiße Puderzuckerschichten, die sich immer mehr zu ziemlichen Schneemassen verdichteten. In den Nachrichten hieß es, dass im Schwarzwald 20cm Neuschnee lagen und die Skigebiete teilweise wieder geöffnet waren..
Das verstärkte natürlich unser Gefühl, dass diese Jahreszeit irgendwie nicht Camping-kompatibel ist.
Am 26. April sind wir dann rübergezogen nach Freiburg. Ich hatte mich mit dem Wunsch durchgesetzt, mal einen Wohnwagen auszutesten für die restliche Zeit unserer Reise. Wir wollten die Tour nicht mit etwas negativem abschließen, sondern noch eine positive, schöne Zeit an den Schweizer (bzw. auf Italienischer Seite) Seen haben. Da das Wetter eben nicht so doll vorhergesagt war, wäre das mitm Bulli nicht möglich gewesen – schließlich mussten wir beide weiterhin arbeiten.

Mit dem geliehenen Wohni ging es dann als 12,5m langes Gespann weiter zu Busses Camping in Freiburg am Möslepark. Ein wunderschön gelegener Campingplatz, der alles bietet, was man braucht. Leider auch sehr viele Deutsche, merkwürdige Camper..

Wir packten den Kram aus dem Bulli und tw. aus dem Storage in den Wohni und mussten neiderfüllt feststellen, wie viel Stauraum man in so einem Teil hat… wir hatten immer noch einige Schränke kaum befüllt, als wir fertig waren..
Am Abend fing es mal wieder an zu regnen und wir saßen glücklich und gemütlich, warm und trocken mit ausreichend Platz im 7.07m langen Weinsberg CaraOne und freuten uns unseres Lebens über diese Entscheidung 😄

Am 27. flog Olaf ab für ein paar Tage Tenniscamp mit seinen Jungs auf Mallorca. Übrigens bei Regen und 17 Grad mit Wind. In Freiburg sowie auch Norddeutschland war überall Bombenwetter angesagt, die Temperaturen stiegen dann sogar noch auf 27 Grad in Freiburg.
Gina und ich hatten eine gemütliche, nette Zeit, haben viel mit den Campingplatz-Nachbarn, die eine Labbi-Hündin namens Edda hatten, gequatscht und zu viele Weinflaschen mit ihnen geleert 😉 Tagsüber waren wir Wandern oder mit dem Mountainbike im Sternwald unterwegs, ich liebe diese Gegend, es ist soooo schön!!
Natürlich musste ich auch ordentlich viel arbeiten, also konnte ich unter der Woche ganz entspannt mit dem Fahrrad vom Campingplatz über eine reine Fahrrad-/Fußgänger-Straße bis in die Wiehre zur Agentur fahren, immer am Waldrand entlang. Und Gina konnte frei nebenher laufen.

Am 1. Mai holten Gina und ich den Olaf vom Flughafen Basel ab und stürzten ihn in das deutsche Camper-Chaos. Er brauchte erstmal einige Zeit, um sich zu aklimatisieren. Auf dem Campingplatz war es rappelvoll und viele der längeren Gäste waren echt gruselige Gruppen und gruselige, mürrische Renter-Pärchen. Was für ein merkwürdiges Volk auf den deutschen Campingplätzen meistens haust..

Am 3. Mai gings dann los mit Bulli + Wohni, 12.5m Geschoss, auf zum Lago Lugano. Und davon erzählt der nächste Bericht 😊

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