Buon Giorno, nach ein paar Wochen mit Besuch und Feierei kehrt der Alltag zurück..

Wir hoffen, ihr seid alle gut ins Neue Jahr gestartet!

Wir sind es – herrlich entspannt, mit Nina, Tommi und Dahibi (Hübi) in der Casa Amici, mit lecker selbstgemachter Pizza, Sonic auf der Xbox spielen und dem Feuerwerk auf dem Berg gegenüber zuschauen, am Pool, mit einem Sektchen in der Hand. Herrlich dekadent.

Am 26.12. sind Nina und Tommi eingetrudelt. Mit viel Bahn-Chaos sind die beiden am 22.12. von Hamburg los zur Oma nach Speyer… Sturm, ab Hannover war dann schon Feierabend.

Ein RIESIGES DAAANKEEE hier nochmal an den Larsianer, der die beiden Verrückten, gestrandeten Kids aufgenommen hat und am nächsten Tag (DAAANKEEE an Dahibi!) an Hübi übergeben hat, der sie dann mit bis Frankfurt genommen hat. Was für eine Tour! Von Frankfurt aus ging es dann mal ohne Zwischenfälle weiter bis Speyer, wo die Oma schon sehnsüchtig gewartet hatte.

Am 26. sind die Beiden dann weiter gezogen, mit verschiedenen Zügen, da das Ninschn sich mal wieder zu spät gekümmert hat. Immerhin nur mit Spannung, aber ohne Verspätung, sind beide dann am Abend nacheinander in Ancona eingetrudelt.
Bis zu Tommis Ankunft haben Nina, Olaf und ich in der Altstadt nach etwas Essbarem gesucht und mit Faszination und totaler Verblüffung festgestellt, dass die Innenstadt VOLL war. Überall waren die Italiener, natürlich auch mit ihren Wauwis, die lustigerweise alle hier Jäckchen oder Pullover tragen müssen (bei 10 Grad und trockenem Wetter). Zu essen gab es dann nur Pinsa Romana auf die Hand – dafür war der Betreiber des ToGo-Restaurants ein Italiener, der lange Zeit in Deutschland gewohnt und gearbeitet hatte. Immer wieder witzige Zufälle.

Mit Tommi im Bulli gings dann zurück zur Casa Amici und einer weiteren kleinen Weihnachtsfeier. Am nächsten Tag kam dann Hübi schon am Mittag an und die Bude wurde richtig schön voll und lustig und laut.

Die Tage sind echt dahin gerannt.. wir haben natürlich wieder ordentliche Wanderungen gemacht – die Fotos landen alle unten in der Galerie. Nochmal nach Montefiascone, gruseliger, fast verlassener Ort, aber von dort aus gibt es eine tolle Wanderung, die wir nochmal mit unserem Besuch wiederholen wollten.
Die dicke, riesige Sau, die wir noch eine Woche vorher in einem kleinen Stall im Ort gesehen hatten, war verschwunden und der Stall leergeräumt.. das arme Ding ist wohl Weihnachten zum Opfer gefallen..

Die Wanderung führte uns diesmal einen Schlenker weiter und in eine kleine Schlucht, an der die alten Herren dann doch lieber Stopp machten und ein Pläuschchen halten wollten, während Nina, Tommi, Gina und ich den schmalen Pfad (rechts gings recht steil runter, nix für alte Herren mit Höhenangst 😉 ) weiter kletterten und unten in der Schlucht dann eine Menge Leute trafen, die eine Klippe hinaufkletterten. Wow. Und alle ohne Helm. Idioten. War faszinierend mit anzusehen, aber ich war ganz froh, dass ich nur zugucken musste 😉

Wir haben die Frasassi-Höhlen besucht – wahnsinn, wer hier jemals herkommt, muss das unbedingt machen! Die Haupt-Höhle, die Grotte Abisso Ancona, zählt zu den größten weltweit, hat eine Höhe von 200 Metern, eine Länge von 180 und eine Breite von 120 Metern. Man sagt, da passt der Kölner Dom locker rein. Bei der Führung für Normalsterbliche läuft man auf einem 1,5km langen Weg durch die Höhlen, insgesamt erstreckt sich das noch nicht vollständig erkundete Höhlengebiet aber wohl auf über 30 Kilometer.
Forscher entdeckten die Höhle per  Zufall im Jahr 1971 (sie kamen über Nebenarme in die Höhle). Bei der Führung wurde uns hoch oben (in 200m Höhe über uns) die Lücke gezeigt, durch die die Forscher damals kamen. Da ja alles  riesig und zu dunkel war, um es mit ner bloßen Lampe zu erkunden, warfen sie einen Stein in die Tiefe.. und wurden sich bewusst, WIE groß die Höhle sein musste.

Grotten von Frasassi – Haupthöhle – 180m lang, 120m breit, 200m hoch 😱 Rot markiert zum Größenvergleich: Die Stalagmite ist 2,40m hoch.

Silvester sind wir um einen Teil des Stausees gelaufen – zehn Kilometer, relativ langweilig auf Dauer um ehrlich zu sein. Der See hat schönes, türkisfarbenes Wasser (Kalk) und bat ein paar herrlich apokalyptische Anblicke, aber die Wanderung wurde dann doch etwas lang(weilig) mit der Zeit.

An Neujahr musste Hübi schon wieder nach Hause, die Arbeit hatte gerufen. Die Kids waren noch bis zum 6. Januar hier und wir haben noch ein paar lustige Tage und schöne Wanderungen gehabt. Vor allem haben wir mit Tommis Drohne wahnsinnig tolle Aufnahmen von der Casa Amici und auch von unserer Wanderung bei Montefiascone mit dem wunderschönen, kleinen Precicchie bekommen. Die muss ich hier alle ranhängen, einfach weil ich total geflashed bin von den Möglichkeiten einer Drohne. Hätten wir sowas in Südtirol gehabt.. wow.. oder am Tarn .. das wären auch krasse Aufnahmen geworden.

Und wie es so ist, wenn die Kids reisen, gab es wiedermal Probleme – diesmal mit dem Flug. Zwei Tage vor Abflug erhielt Tommi eine SMS aufs Handy: Ihr Flug wurde annuliert. Der Flug von Ancona nach München sollte wie geplant stattfinden, aber München-Hamburg war „wegen schlechten Wetters“ annuliert. Woher die wissen wollten, wie das Wetter in zwei Tagen Abends sein würde, war uns etwas schleierhaft 🤭

Wer Tommi kennt, kann sich vorstellen, wie er sich über so eine spontane Planänderung gefreut hat (not!!). Ein paar Minuten später waren die beiden automatisch umgebucht – Nina auf einen Flug von München via Frankfurt nach Hamburg (achso, schlechtes Wetter ist also nur zwischen München und Hamburg geplant, nicht, wenn man in Frankfurt zwischenlandet) und Tommi sollte erst am nächsten Morgen von München nach Hamburg fliegen.

Nina hat immerhin alle Anschlüsse bekommen, Tommi ein schickes Hotel für die Nacht mit Essensgutscheinen (das Hotel ist jetzt pleite). Nina kam natürlich ohne Koffer in Hamburg an und stand dann eine Stunde später bei -8 Grad und ohne ihre Winterjacke und -Schuhe in ihrer eiskalten Wohnung. Die Gastherme war ausgegangen, während sie weg war. Tommi hat es immerhin mit Gepäck geschafft, am nächsten Tag zuhause anzukommen.

Speaking of missed luggage – zwei Tage später – also am 8.01. – kam meine liebe Freundin Sophie zu Besuch. Sie hatte extra alles für die fünf Tage in Handgepäck gestopft, wurde dann am Flughafen Berlin von einer mega unfreundlichen Stewardess aufgefordert, ihren (100 Gramm zu schweren) Koffer abzugeben. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen – denn der Flug hatte bereits Verspätung und ihr war klar, dass ihr Handgepäck-Koffer den Anschluss nach Ancona in München niemals schaffen würde.. Die blöde Stewardess packte den Koffer dann aber einfach und weg war – anstatt Sophie einfach etwas aus dem Koffer in ihren Rucksack legen zu lassen, damit die 100 Gramm raus sind..
Sophie kam dann natürlich nach vielem Hickhack ohne ihr Köfferchen in Ancona an.. In den fünf Tagen haben wir das Köfferchen nie zu Gesicht bekommen. Der Arme muss eine eigene kleine Rundreise durch Italien gedreht haben.. war zwischendurch in Mailand, dann angeblich sogar in Ancona, allerdings erst 24 Stunden vor Sophies Rückflug. Da ihr das zu riskant war (der Koffer wäre sicherlich erst Tage später hier auf dem Land angekommen..), ließ sie ihn direkt nach Berlin zurückgehen. Die App und die Tuse am Telefon von der Lufthansa waren sich nicht so einig, die App behauptete, der Koffer wäre noch in Ancona und wartete auf neue Anweisungen von Sophie, die Tuse am Telefon meinte, er wäre schon auf dem Weg nach Berlin.
Letzten Endes hat die App den Koffer gestern – als Sophie abgeflogen ist – in Berlin gemeldet und sie konnte ihn heute am Flughafen abholen (oder noch ein paar Tage warten, bis er gnädigerweise irgendwann gebraucht würde).
Fazit von dieser ganzen Fliegerei: 1. Man muss sein Handgepäck NICHT abgeben, wenn man nicht will! Die 100g hätte Sophie einfach umpacken können und sich weigern – oder sie hätte auf Namen, Adresse und eine schriftliche Bestätigung, dass die blöde Stewardess für Sophies Gepäck persönlich haftet, bestehen müssen. Das jedenfalls war der Rat der Lufthansa-Tuse am Telefon. Dann hätte die Stewardess sofort nachgegeben. Sie selbst sagte, sie würde ihr Handgepäck NIE aus der Hand geben. Gut zu wissen – und das von einer Mitarbeiterin von Lufthansa über eine (weit entfernte) Kollegin zu hören…
2. In alle Gepäckstücke, vor allem die, die man abgibt, Apple AirTags packen. Damit man wenigstens wirklich weiß, wo das Gepäck unterwegs ist..

Aber: Sophie lässt sich von sowas ja nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Nimms mit Humor, bringt ja eh nüschd. So konnten wir auf Kosten von Lufthansa bei unserem Gala Superstore wenigstens ein paar Toilettenartikel umsonst kaufen, Sophie hat lustige, italienische Socken gekauft und hatte halt einfach sehr leichtes Gepäck dabei. Im Koffer war ja nichts lebensnotwendiges, das war alles im Rucksack.

Wir hatten ein paar sehr lustige Tage, obwohl das Wetter leider mega umgeschlagen ist. Statt Sonne satt und draußen frühstücken, hatten wir erstmal drei Tage Nebel und Regen.. damit war die Schlammschlacht auf den Wegen hier draußen wieder eröffnet und die Wanderungen, die wir uns so in den Bergen vorgenommen hatten, machten natürlich keinen Sinn, wenn man nur 10 Meter Sicht hatte.

Also wurde die Sauna ausgiebig genutzt, der eiskalte Pool taugt auch gut als Eisbecken im Winter. Es wurde guter Wein getrunken, lecker gefuttert und lustige, alte Musik laut gehört. Achso, gearbeitet haben wir natürlich auch 😉

An Olafs Geburtstag haben wir gleich mit Sekt und Kuchen angefangen, sind bei Nebel und Saukälte durch Apiro gelaufen, haben uns in einem Café in Apiro in die 70er Jahre zurückversetzen lassen und bei Neonlicht und in Plastikstühlen einen (natürlich super leckeren) Cappuccino getrunken.. waren Abends dann hier in Cupramontana im Ristorante Gina – ebenfalls Neonlicht und Plastikstühle – aber es gab sehr leckere Pizza und gutes Ragù (in Deutschland Bolognese) – dazu irgendwie nach Schlamm schmeckenden Rotwein. Gut, nächstes Mal dann wohl lieber Bier bestellen 😂

Und dann – an Sophies vorletztem Tag – kam auch endlich die Sonne wieder! Gut, aus Hamburger Sicht ist „endlich“ hier ziemlich lächerlich. Aber uns haben die paar Tage im Nebel und Regen doch ziemlich krass runtergezogen. Wir sind etwas verwöhnt inzwischen 😬

Sophie und ich – Olaf musste seinen Bronchitis-Rückfall kurieren – machten noch einen Ausflug nach Portonovo, wieder wunderschöne Steilküste (die gleiche sozusagen wie in Sirolo, nur diesmal nördlich des Berges). Wir genossen die Sonne, bis sie hinterm Berg verschwand – was an der Adria im Winter leider ziemlich schnell ist.
Dafür hatten wir dann heute wieder so einen richtig fetten Tag. Die Sonne knallte aus allen Knopflöchern und es war windstill. Zwar hatten wir wohl nur so 6-7 Grad, aber auf der Süd-Ost-Seite des Hauses, am großen Tisch vor der Küche, konnten wir wieder im Pullover sitzen, gemütlich und ausgiebig frühstücken, dazu ein kleines Sektchen, was soll der Geiz, und haben Quatsch geredet und Tränen gelacht. Eine Runde Crocket, bei der Sophie („Ich hab das das letzte Mal mit 5 Jahren gespielt“) uns volles Rohr abgezogen hat, eine Gassirunde den Hang runter, danach am Pool in der Sonne auf den Liegen chillen, dem Poolboy (Olaf) beim Pool säubern zusehen, mit kalter Coke und Salzkram bedient werden – ebenfalls vom Poolboy .. och, das hätte eigentlich so weitergehen können…
Schade, dass die fünf Tage so schnell vorbeigegangen sind! Sophie, das war lustig!!

Insgesamt rast die Zeit plötzlich so, wir verstehen nicht so ganz, warum. Wir waren gestern übrigens genau 5 Monate unterwegs – am 13. August sind wir losgefahren, gestern war der 13. Januar. Solange wir Sommerwetter hatten – also bis (hüstel) Ende Oktober – lief die Zeit herrlich langsam ab. In Florenz mit dem doofen Wetter ging die Zeit auch nicht so richtig um – klar, man konnte bei dem endlosen Regen dort nicht so viel machen, wie man eigentlich vor hatte. Aber seit Südtirol scheint die Zeit einfach zu rasen. Gerade war Weihnachten, die Kids und Hübi hier, und zack, ist sogar auch Sophie schon wieder weg. What the hack?
Wäre allerdings auch ganz gut, wenn die Zeit jetzt nicht langsamer wird, denn wir sind nun noch fünf Wochen ohne jeglichen Besuch und auch keinen Kontakt zu irgendwelchen Einheimischen hier und haben etwas Sorge, dass uns die Decke doch irgendwann auf den Kopf fällt.

Wir hoffen also auf viel gutes Wetter, damit wir uns nicht am Ende nach fünf Monaten doch noch die Köpfe gegenseitig einschlagen 🤞🏻🍀☀️

Casa Amici
Montefiascone-Wanderung
In Precicchie
Montefiascone-Wanderung

Vielleicht auch was für dich..

+ There are no comments

Add yours