Irgendwie ist inzwischen zu viel passiert, inklusive unserer schönen Explosion in der letzten Ferienbutze, so dass Olaf über die aktuellsten Ereignisse schreiben will und ich schreib mal den alten Kram runter.
Von dem tollen Campingplatz in Lascia ging die Fahrt am 3.10.2023 weiter nach Bonifacio. Da wir diesmal den Campingplatz direkt online buchen konnten, konnten wir uns bei der Fahrt diesmal Zeit lassen. Die Straßen waren deutlich breiter und führten nicht die ganze Zeit an der Küste entlang, so kam man dann auch irgendwie flotter voran. In Olmeto mussten wir spontan halten – der Strand sah einfach zu gut aus. Außer uns war kaum jemand da. Also Schnorchelmaske auf und rein in das traumhafte Wasser. Es gab allerdings auch hier wieder nichts Spannendes zu sehen..
Nach uns trudelte noch ein junges Paar ein, und als man sich dann mit ‚Moin‘ grüßte, stellten wir recht schnell fest, dass wir alle aus Hamburg kommen. „Aus welchem Stadtteil seid ihr?“ fragte ich das Mädel. „Ottensen“ war die Antwort. Ach nee. Die beiden wohnen keinen Kilometer von Olafs Wohnung entfernt. Wenn wir im August 2024 wieder zu Hause sind, muss ich deren roten T3 Bulli mal in der Nähe suchen und eine Postkarte unter den Scheibenwischer klemmen.
Irgendwann klingelte plötzlich mein Handy – der Bulli-Alarm, also die Alarmanlage. Ohje. Jetzt hörte ich auch die fiese Sirene pfeifen. Ich schickte Olaf los – schließlich macht er etwas mehr Eindruck als ich auf irgendwelche Bulli-Einbrecher. Aber da war gar keiner. Dann fiel es mir ein.. die ollen Extra-Sensoren an den Schiebefenstern innen halten starker Sonnenstrahlung nicht Stand. Wir haben die Sensoren auf Tipp von der Firma, die die Alarmanlage korrigiert hat (der Typ, der sie ursprünglich eingebaut hat, war ein Vollidiot), mit Klebe-Klettstreifen an den Schiebefenstern angeklebt – so reagiert die Alarmanlage auch extrem empfindlich auf diese Schwachstelle vom Bulli. Aber der Kleber weicht in der Sonne auf.. und plopp, fällt der Sensor herunter. Und löst natürlich damit die Alarmanlage aus.
Irgendwann am Nachmittag erreichten wir Bonifacio und fuhren den Berg hinauf in Richtung Norden zu unserem Campingplatz – anscheinend dem Einzigen in der Ecke, der noch geöffnet war. Camping U Farniente stellte sich als ein riiiesiger Campingplatz heraus, auf dem nur noch sehr wenig los war. Nachdem wir den uns zugewiesenen Platz gegen einen besseren eingetauscht hatten, bauten wir das Camp auf und machten es uns gemütlich. Gegenüber waren nette Nachbarn und ein paar (leere) Plätze weiter war eine Familie aus Wales. Herrlich, dieser Akzent! Ich liebe es. Der Campingplatz hatte eine riesige Poolanlage, die wir natürlich quasi für uns hatten – es war ja kaum noch jemand da. Ein paar Straßenhunde streunten über den Platz. Anscheinend lief hier auch irgendwo eine Kuh frei herum, denn die Hinterlassenschaften sah man auf einigen freien Plätzen.
Leider entwickelte sich bei Olaf am nächsten Tag eine ziemlich fiese Ohrenentzündung. Zum Glück war nur zwei Kilometer um die Ecke ein Ärztezentrum. Leider hat der Arzt dort keine Mittel gehabt, um Olafs Ohr zu spülen – das hätte wohl das ganze Leid in den folgenden Tagen abgekürzt.. es gab aber immerhin Antibiotikum und Cortison in rauhen Mengen.
Nach dem Arztbesuch und ein paar Stunden Arbeit fuhren wir runter nach Bonifacio. Was für eine beeindruckende Lage – der natürliche, gut versteckte Hafen liegt so gut geschützt, kein Wunder, dass sich Piraten hier wohl gefühlt haben.
Das halbinselartige Felsplateau mit der Altstadt ist einfach toll. Eine typische italienische Altstadt mit engen Gassen, leckerem Eis und, wenn man die Halbinsel weiter hinausläuft, traumhaftem Blick in alle Richtungen. Netterweise war die Sea Cloud Spirit mal wieder da – irgendwie scheint sie uns zu verfolgen – und lag sehr fotogen auf Reede, während die Tenderboote die Kreuzfahrtgäste in den Hafen brachten. Olaf und mir wurde nur beim Zuschauen schon schlecht, wie das kleine Rettungsboot in den Wellen schaukelte.
Am nächsten Tag waren Olafs Ohrenschmerzen so krass, dass nicht viel möglich war. Den Ausflug zum Plage de Rondinara – einer halbmondförmigen, traumhaften Bucht mit Sandstrand, machten wir trotzdem. Hätten wir uns aber sparen sollen, denn die Straße war sehr holprig und Olafs Ohrenschmerzen ignorierten alle Medikamente und Schmerzmittel. Schade, denn der Strand war wirklich traumhaft – aber leider auch ziemlich voll mit Touristen.
Zurück am Campingplatz musste ich den Olaf ins Bett stopfen und den Bulli mit allem Zeug für die Abreise am nächsten Morgen vorbereiten – denn die Fähre sollte um 8:15 Uhr fahren, wir mussten aber schon 2 Stunden vorher am Hafen in Bonifacio sein. Völlig albern natürlich, denn die Überfahrt dauert nur 50 Minuten..
Die Zeit in Bonifacio war zwar nicht lang und der Campingplatz sehr leer, dafür hatten wir aber eine top moderne Sanitäranlage, alles top modern und sehr schön gemacht. Doch fühlt es sich auf einem so leergefegten Campingplatz doch etwas einsam an.. Wir sind gespannt auf Sardinien, denn merkwürdigerweise konnten wir den Campingplatz auf der Seagull Island (einer Halbinsel im Norden) nicht buchen, da dieser ausgebucht ist. Die Schweizer scheinen Sardinien komplett zu überfluten in ihren Herbstferien – damit haben wir nicht gerechnet. Auf jeden Fall wird es die nächsten Tage wohl wieder geschäftiger und lauter zugehen.
















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