(Olaf schreibt später über Bonifacio – vielleicht könnt ihr darüber dann im Winter lesen 🤭)
Buon Giorno aus dem Paradies 🙂
Ist schon alles verrückt. Wir sind jetzt 9 Wochen unterwegs und hatten nur an 2 Tagen Regen und ganz zu Anfang an der Dordogne Nachts mal Gewitter.
Ansonsten schwimmen wir täglich im Meer oder in Seen oder Flüssen und brutzeln bei 30 Grad (+/- 2 Grad) in der Sonne. Der Kreislauf wünscht sich zwischendurch doch mal etwas niedrigere Temperaturen, aber man merkt schon, wie verdammt gut einem das gute Wetter tut. Keine typische hamburgerische Herbstdepression, keine Herbstmüdigkeit, keine Erkältungen, keine Gereiztheit. Habe gerade mit meiner Freundin Sille telefoniert, die sagte, dass in Hamburg wieder der übliche Dreckswetter-Herbstdepri-Wahn abgeht. Es regnet, stürmt, alles ist matschig, alle klagen über Erkältungen und das Wetter und die bevorstehende Zeitumstellung – noch früher dunkel, bäh.
Wir hocken hier aktuell in unserem gemieteten Airbnb-Riesenhaus mit vier Schlafzimmern, da die Kids und Olafs Kumpel Hübi uns besuchen, und haben eine weitere Woche um die 30 Grad vor uns. Das Mittelmeer leidet natürlich auch, genauso wie die Natur. In der freien Natur (die Luxus-Hütten hier um uns herum haben alle Bewässerungsanlagen für den Rasen, lächerlich..) wächst kein Grashalm mehr, alles sieht aus wie auf La Gomera oder Fuerteventura – Steppe- bzw. wüsteähnlich.. und das Wasser ist viel zu warm. Olaf schätzt 27 Grad. Kein Wunder, dass wir beim Schnorcheln nix zu sehen bekommen.
Angekommen sind wir hier im Haus vor 3 Tagen – also am 11.10.
Davor waren wir vom 6.10. (kurze Überfahrt mit der Fähre von Bonfiacio nach Santa Theresa, Zwischenstopp zum Frühstück im wunderschönen Porto Rafael, siehe Fotos) bis 11.10. auf dem Campingplatz Cala Ginepro an der Cala Liberotto, bzw. lag der Campingplatz ziemlich fett zwischen diesen zwei Traum-Sandstrand-Buchten. Der Campingplatz war RIIIIESIG, so dass unser Klappi-Rad auch mal wieder zum Einsatz kam. Selbst das (mega moderne) Sanitärgebäude war eine Tour mit Klappi wert. Unser Stellplatz lag wieder recht schattig unter Pinien, direkt hinter den Dünen. Der Campingplatz duldete Hunde erst seit diesem Jahr und nur in der Nebensaison und außerdem nur kleine Wauwis.. allerdings gab es bei der Buchung keine weiteren Infos, was denn „klein“ bedeutete.. ich meine, stell Gina mal neben eine Dogge, dann ist sie auch sehr klein. Und wie Olaf immer sagt „die ist noch klein“. Also.. einfach gebucht 😉
Bei unserer Ankunft springen also Gina und Olaf aus dem Bulli und sofort winken die Blauhemden-Wachleute vom Campingplatz vorne ab: il cane è troppo grande!
Aber wir sollen mal einfach mit Hund in die Rezeption gehen und da fragen.. puh.. ganz vergessen, dass es diese Regelung gab… die Rezeptionistin (sprach fließend Deutsch) checkte Gina kurz und nickte. Passt schon. Hunde am Strand sind nicht wirklich erlaubt, aber einfach machen und an den Rand gehen.. ok, gefällt mir.
Insgesamt wars dann alles natürlich nicht so dramatisch. Keiner hatte ein Problem mit Gina, die Stellplatz-Nachbarn hatten selbst zwei Wauwis und wir wurden zum Glück nie von den sehr aufmerksamen Blauhemden erwischt, wenn Gina unangeleint am Platz war 😅
Um uns herum war der Herbstferien-Boom ausgebrochen, der Campingplatz war ziemlich gut belegt, überall junge Familien aus NRW oder der Schweiz mit kleinen Kindern. Herrlich, das fühlte sich plötzlich wieder an, als würden wir am Atlantik in den Sommerferien stecken. Abends rannten die Kids mit ihren Funkgeräten herum oder fuhren mit ihren Fahrrädern über den Platz, bolzten Fußball und krakeelten herum, wenn sie ins Bett mussten. Nein, es störte wirklich nicht, es war irgendwie gemütlich.
Und wieder einmal stellte sich klar heraus, wie nett und entspannt die Schweizer sind. Irgendwie kann man mit ihnen immer ewig quatschen, egal welchen Alters.
Neben der Arbeit haben wir vor allem leider Olafs Ohrenentzündung als Thema gehabt.. das Schwimmerohr hat zu viel Wasser getankt – und das Salzwasser spielt da keine Rolle, da es kaum Bakterien enthält. Olaf war im Pool vom letzten Campingplatz auf Korsika und hat sich da wohl irgendwas eingefangen. Die Entzündung wollte trotz Besuch beim Arzt auf Korsika nicht heilen und zog sich durch ziemlich viele Tage hindurch.. Ohr dicht, Antibiotische Tropfen drin die nicht zur Entzündung durchdringen, Schmerzen, Antibiotika- und Cortison-Tabletten.. die volle Drönung, alles half nicht so wirklich. Also ging es am Montag nochmal zu einem HNO-Arzt im nächsten Ort, und – die Geschichte sollte eigentlich Olaf erzählen – das war wohl der gleiche schlimme Schmerz wie der Bandscheibenvorfall vor einigen Jahren. Der Doc popelte ohne Rücksicht im Ohr herum und (bitte überspringen, wem es zu eklig wird) holte alles von der Entzündung raus, was halt raus musste.. 🤢 Dabei ist Olaf wohl ein Schmerzlaut rausgerutscht, so dass Dottore Frankenstein sich zu ihm hinunterbeugte und in sein Ohr raunte: „Can you resist..?“ Olaf nickte schweißgebadet und brachte schwer beeindruckt keinen Ton mehr heraus.
Die Schmerzen der Popelei lösten dann die Schmerzen der Entzündung ab. Gut? Das war abzuwarten.
Doch tatsächlich wurde die Entzündung nach und nach besser, so dass Olafs gute Laune schnell zurückkehrte.
Ansonsten konnte man bei diesen traumhaften Stränden mit feinstem Sandstrand und rundgewaschenen Felsen nicht anders, als die Zeit am Strand und im Wasser zu verbringen! Die SUPs kamen natürlich auch wieder zum Einsatz für ein paar Kombi-Touren aus SUP fahren zu vielversprechenden Felsen, um dort zu Schnorcheln. Gesehen habe ich (Olaf durfte ja leider mit seinem Ohr noch nicht unter Wasser) leider nichts Neues, weiterhin nur Brassen und ein paar kleinere Fischlein. Eine hübsche kleine Muschel hatte ich kurz aus dem Meer geholt (jaja, hier droht große Strafe, man darf nichts vom Strand mitnehmen), bis sich der darin verborgene Einsiedlerkrebs mit seinen Zangen aus der Öffnung quetschte und sich beschwerte. Upsi – sorry, dachte die wäre unbewohnt. Und ab zurück ins Wasser.
Am 11.10. ging es dann weiter, über den Spiagga di San Giovanni, wo wir eigentlich baden und dann an der Bar Le Palme etwas essen+trinken wollten. Leider gab es ein absolutes Wauwi-Verbot am Strand (warum sind die Sardegner da denn selbst in der Nebensaison so vehement mit!?) und der Mitarbeiter an der Bar hatte wohl keine Lust mehr auf Arbeit und ignorierte uns. Also weiter, was für ein Blödsinn, Olaf war schon einmal hier und hatte das alles etwas freundlicher in Erinnerung.
Also wieder zurück ins Auto und spontan am Spiagga de Graneri (der gar nicht Graneri war, sondern feinster Sand) geparkt. Den endlos langen, weißen Strand konnte man schon von der Straße aus sehen und hier gab es weder ein Wauwi-Verbotsschild, noch jemanden, den es interessiert hätte. Das Wasser war irgendwie noch einen Ticken wärmer hier und die Sonne brannte irgendwie auch noch doller. Wie das wohl unten in Campulongu werden würde?
Am Nachmittag kamen wir dann bei unserem Ferienhaus, in dem wir jetzt auch noch sitzen, an. Die Lage ist fast perfekt – wir hören und sehen das Meer, zwar nur in 2. Reihe, aber unseren Blick beeinträchtigen nur Pinien und blühende Büsche oder Kakteen mit Feigen. Im Garten steht eine wirklich riesige Dattelpalme wie aus dem Bilderbuch. Der Garten ist groß genug, so dass wir hier Crocket (extra im Internet hierher bestellt) und mit Gina Fußball spielen können. Das Grundstück ist außerdem komplett eingezäunt und zum Strand, der hauptsächlich aus feinstem Sand besteht, laufen wir 100 Meter.
Nun mussten wir erst einmal ankommen, den Bulli mal wieder auspacken, einkaufen und natürlich ins Meer springen. Am nächsten Abend (also 12.10.) würde Nina am Flughafen Cagliari landen, Hübi und Tommi dann zwei Tage später.
























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