Einfach nur WOW.

Ok, Contis Plage war mega. Der Campingplatz war der Beste bisher, der Fluss vor der Nase, wo man – je nach Gezeiten – in Süß- oder Salzwasser baden konnte. Und sich mit der Strömung mit den SUPs an den Strand bringen lassen konnte.. (allerdings war der Rückweg bei ablaufendem Wasser und auch noch 2-3 Stunden danach quasi unmöglich per SUP zu machen..). Das Wetter war der Hammer, die Leute super nett, die Strandbar super gemütlich, die Wellen wurden immer höher.
Wir haben uns in einen Wellenreiter-Kurs gewagt – Olaf hatte da schon ein paar Stunden von hinter sich, ich musste bei 0 anfangen. Dummerweise hab ich echt so richtig Schiss vor hohen Wellen – also wenn die Dinger höher sind als ich und über mir brechen … uuaaaah … Waschmaschinengang, mag ich nich.
Aber ich dachte, vielleicht hilft der Kurs, das mal etwas hinter sich zu lassen. Spoiler Alert: nicht wirklich 😉
Der Kurs war sehr anstrengend, weil sehr lange und bei ablaufendem Wasser – wir haben ziemlich viel gegen die Strömung angekämpft und hatten nur wenig Platz zwischen brechender Welle und der danach folgenden Sandbank. Also stand man, mit Glück (in meinem Fall), gerade auf dem Board, und zack steckte man auch schon auf der Sandbank fest. Und wieder zurücklaufen, gegen die Strömung, zurück zu den Brechern. Wow, wat anstrengend.
Aber wir werden uns spätestens auf Sardinien mal ein Brettchen leihen und damit weiter üben.

Seit Donnerstag – also seit 3 Tagen – sind wir nun am Fluss „Tarn“.. lustig ist, dass wir uns gar nicht mit der Gegend auseinandergesetzt haben. Den Campingplatz hatten wir in einem VW Bulli-Video gesehen, der Typ stand halt zufällig auf diesem Campingplatz – Huttopia Gorge du Tarn – und erzählte was von seinen Campingstühlen und dass man noch 2 weitere in der Heckklappe des Bullis unterbringen kann, wenn man die Richtigen kauft.
Wir waren von dem Hintergrund mehr begeistert und fanden in den Kommentaren zum Glück den Namen des Campingplatzes. Also kam der mit auf die Liste, wurde gebucht und zack, hier sind wir. Da wir ziemlich viel rumgetrödelt haben auf der Fahrt, kamen wir erst Abends an. Der Serpentinenweg runter ins Tal war nichts für Olafs Höhenangst, die Aussicht war atemberaubend. Das Tal lag natürlich schon komplett im Schatten und es wurde ziemlich kühl – das waren wir irgendwie nicht mehr gewohnt. Am Atlantik herrschten Nachts noch über 20 Grad. Hier am Tarn kühlt es sich, sobald die Sonne weg ist, schnell ab, Nachts dann auf 13 Grad.

Am nächsten Morgen allerdings wurden wir reichlich belohnt. Spätestens, seit um 10 Uhr die Sonne im Tal ankam, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow, was für eine wahnsinnig schöne Schlucht! Das Wasser ist glasklar, überall sind schroffe Felsen zu sehen, die Unterwasserwelt ist auch schön vom SUP oder Kanu aus zu beobachten. Und – wir waren uns erst nicht sicher, aber haben nachgelesen und -gefragt: Hier gibt es noch Geier! Oben in den schroffen, steilen Felsen wohnt eine Gänsegeierfamilie mit 8 Jungen sowie 2 Steinadler. Und wir haben sie wohl inzwischen alle gesehen.

Die Zeit hier haben wir ordentlich genutzt – Olaf musste leider auch am Wochenende arbeiten, aber trotzdem haben wir alles gesehen, was man sehen muss.

Am ersten Tag haben wir den Tarn flussaufwärts mit den SUPs erkundet. Spannend, da kommt der „Pas de Soucy“ – diejenigen mit Französisch-Kenntnissen werden sich wie ich wundern – was soll n das heißen, da ist doch eine Verneinung im Namen? Es heißt „Keine Sorge“. Hmmm wenn ich mir die vor vermutlich abertausenden von Jahren heruntergekrachten Felsmonster so ansehe, mache ich mir schon irgendwie Sorgen. Hier befindet sich die „Todesgefahr“-Zone des Tarn, wo man weder mit Kajak, Kanu oder SUP passieren kann und darf. Die Felsen liegen tief auf dem Wasser, es bilden sich sehr enge Stellen und gefährliche Strudel. Wir paddeln mit den SUPs an das südliche Ende dieses Bereichs heran, klettern auf einen Felsen, machen die SUPs fest und genießen das klare Wasser, die Strömung, die einerseits gut zum Schwimmtraining dient, andererseits einen gemütlich zurück zum Felsen trägt. Wir tauchen, erkunden, Olaf springt mehr oder weniger elegant vom Felsen und ich entdecke, dass man ja logischerweise mit einem wasserdichten Iphone wohl auch unter (Süß-)Wasser filmen und fotografieren kann. Wie geil ist das denn?! Warum auch immer, ich bin da noch nicht drauf gekommen, das mal auszuprobieren. Aber es funktioniert wahnsinnig gut. Schaut mal unten in die Fotos und Videos rein 😉

Ein paar lustige Videos und viel Geplantsche im 15 Grad kalten Wasser (wir sind seeehr glücklich über unsere kurzen Neoprenanzüge!!) später paddeln wir mit der Strömung zum nächsten Ort (Le Vignes), kaufen im Supermarkt ein paar Vorräte ein, trinken einen dringend benötigten Aperol und paddeln dann zurück zum Bulli.

Am zweiten Tag haben wir eine schöne Wanderung unternommen. Es gab zwar keine machbaren Rundwege (alles ziemlich lang + steil, nix für über 30 Grad), aber wir sind durch Le Vignes rüber auf die andere Seite, den Berg insgesamt 150 Höhenmeter hochgewandert, wo man wohl Geier beobachten könnte. Und tatsächlich, hatten wir einerseits einen wahnsinnigen Blick auf das ganze Tal unter uns, sowie eine Menge Gänsegeier und wohl auch Steinadler über uns. Es war eine faszinierende Beobachtung, wie diese riesigen Geier (bis zu 2,80m Spannweite) weit über einem schweben. Der Rückweg führte uns dann hinunter bis an den Tarn, wo wir genau gegenüber unseres Stellplatzes ans Ufer kamen. Ab in die Badeklamotten, die Rucksäcke geschultert und rein ins kühle Nass, zu unserem Stellplatz… herrlich erfrischend, nach so einer Tour!

So – und last but not least, der 3. Tag – heute – eine lässige 11km lange Kanutour von La Malène bis zum Pas de Soucy. Auch hier wieder – was für eine tolle Natur, diese Felsen, die Geier, die weit über einem dahingleiten, das absolut klare Wasser, darin Fische bis zu 60cm Länge. Anhalten, baden, weiter, … gut, am Ende hatte die Tour ihre Längen.. allerdings auch, weil der Wasserstand schon etwas niedrig war, so dass die dicke Reisegesellschaft aus Olaf, Gina und mir doch ziemlich oft aufgesetzt oder steckengeblieben ist 😉

Völlig erledigt haben wir es zurück zum Bulli geschafft, alle Vorräte vernichtet, das letzte Tageslicht zur Vorbereitung unserer morgigen Weiterreise genutzt – und fallen nun todmüde in die Betten..
Wir melden uns zurück vom Lac de Saint Croix! Wir sind gespannt, was uns hier erwartet! Auf jeden Fall eine Menge SUP-Fahren!

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