Einige von euch haben es schon gehört – wir hatten gestern dann doch mal etwas mehr Glück mit den Franzosen. Apropos Glück – da schweife ich gleich mal mit nem großen Schlenker ab: Gina hatte wohl verdammtes Glück im Unglück..

Auf telefonischen Rat unserer Tierärztin in Ottensen waren wir gestern dann doch bei einem Tierarzt hier in Sarlat (übrigens, traumhafter Ort, aber dazu später). Die Dame am Telefon sprach sogar etwas englisch, wohooo! Auch wenn ich mir alle nötigen Sätze schon zurechtgelegt hatte.. Ma chienne à été attaquée de deux chiens berger allemandes.. Elle est tombée d’un talus.. Elle a mal au dos, elle a un trou dans le dos.. Je lui ai donné metacam..

Den Tag über konnten wir chillen, den leicht in die Jahre gekommenen Pool vom Campingplatz für uns ergattern (es gibt 4 Stück und diesen Pool haben wir irgendwie meist für uns) und vor uns hin schwitzen bei tropischem Klima. Am Nachmittag mussten wir dann den Bulli wieder soweit einpacken, dass wir damit zur Tierklinik fahren konnten. Umständlich, aber nicht zu ändern.

In der Klinik sprach vor allem die Tierärztin recht gut englisch, das machte die Dinge natürlich einfacher. Sie fand ziemlich schnell das Gegenstück zum Loch in Ginas Hüfte – damit war klar, dass es sich doch um einen Hundebiss von diesen Mistviechern handelte. In unseren Ohren hallte wieder der Spruch von dem bescheuerten Franzosen nach: „They are just playing, no teeth“ .. alter.. ich würd den Besitzer am liebsten sofort unangespitzt in den Boden rammen. Hätten wir bloß sein Kennzeichen fotografiert..oder den Baseballschläger dabei gehabt.. 😉

Die Tierärztin fand daraufhin gleich noch einen Biss an Ginas linker Seite. Aber immerhin war nur ein Zahn insgesamt richtig durchgestochen und hat auch den Muskel mit verletzt. Alles zum Glück weniger dramatisch, das Loch wurde ausreichend gereinigt, gespült und getackert. Ein paar Tage kein Baden, die Wunde sollte nach 2-3 Tagen trocken sein. Ansonsten müssen wir wieder zum Tierarzt, dann wären die Bakterien der Mistviecher resistent gegen das Antibiotikum. Mit Antibiotikum und Metacam bewaffnet und doch ziemlich erleichtert, dass wir den Aufwand mit dem Tierarztbesuch betrieben haben, fahren wir nach Sarlat und bummeln mit Gina gemütlich durch den wunderschönen, mittelalterlichen Ort (beziehungsweise entstammen die meisten Gebäude den Anfängen der Renaissance). Man fühlt die Geschichte richtig zwischen den alten Gebäuden. Wir finden einen netten Platz im Schatten, Gina schläft und wir brauchen erstmal einen Aperol. Oder swei.

Spielen wir mal kurz hätte hätte Fahrradkette.. Gina ist logischerweise vor den Drecksviechern geflüchtet.. die hatten sie aber natürlich schon am Wickel, so schnell waren die Monster. Irgendwie ist das dreier-Knäul dann ja diese Böschung runtergefallen bis in die Dordogne. Wäre Gina nicht in diese Richtung geflüchtet, … wir sind uns sicher, dass diese Monster sie erledigt hätten. Alleine wie die angeflogen kamen.. aus 50 Metern Entfernung, lautlos und mit Vollspeed auf Gina drauf und gleich drauf los gebissen.. das hätte kein Hund überlebt.
Der Schreck sitzt weiterhin tief.. den Trip nach nur 2 Tagen abzubrechen und ohne Gina zurückzukommen, wäre der blanke Horror gewesen.

Also, schnell das Kopfkino aus. Glück gehabt, einerseits Gina mit der rettenden Dordogne, andererseits wir mit den Franzosen. Der Shopbetreiber vom Campingplatz und das ganze Team in der Tierklinik waren sehr freundlich gestimmt. Auch in der Bar in Sarlat sprachen sie alle möglichen Sprachen, sogar Deutsch („Ich bin Holländer und wohne eigentlich in Spanien“). Auf dem Campingplatz gesellten sich die ersten Deutschen weit und breit zu uns und auch am Pool unterhielten wir uns mit einer Deutsch-Französin (‚Ich bin Deutschlehrerin‘).

Traurigerweise berichteten beide – unsere Campingplatznachbarn aus Potsdam, sowie die Deutschlehrerin, dass sie vor mehreren Jahren je einen Hund durch so einen Angriff verloren hatten. Der Hund der Deutschlehrerin wurde ebenfalls von einem Schäferhund getötet. Der Münsterländer der Nachbarn wurde von einem größeren Herdenschutzhund plattgemacht. Dankedankedankedankedanke liebe Schutzengel da draußen, dass Gina nicht dazu gehört!!

Mal schauen, was wir mit unserem letzten Tag an der Dordogne anfangen. Die SUPs müssen wohl noch eingepackt bleiben, die Gefahr ist dann doch zu groß, dass Gina mal ins Wasser rutscht durch die Strömung. Vielleicht machen wir stattdessen eine Kanutour oder schauen uns eine Grotte an – da drinnen ist es wenigstens angenehm kühl.

Auf jeden Fall erholen sich jetzt alle mal von dem Schock und lassen diese blöde Geschichte hinter sich. Prost!

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1 Comment

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  1. 1
    Olaf Stelze

    Um mal gleich einzuhaken:
    ich möchte im Urlaub gar nicht deutsch reden oder englisch
    genau deshalb sind wir ja unterwegs
    wir bemühen uns, es alles auf französisch hinzubekommen
    und das wird auch werden…
    „Je voudrais 17 bières“
    also, geht doch

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