Wow die Zeit verrennt gerade, ich hätte diesen Beitrag fast vergessen, weil wir schon auf der Fahrt zur übernächsten Station sind..

Also – nach Freiburg, Wald, Nebel und irgendwie auch nicht viel besserem Wetter als in Hamburg – ging endlich die Camping-Phase 2 los! Voller Vorfreude, bei prasselndem Regen, mit endlich deutlich leichterem und leererem Bulli (dafür einem vollen Selfstorage-Raum) fuhren wir nach Frankreich. Dort war das Wetter schlagartig besser und die Bäume trugen schon erste kleine grüne Blätter. Die Fahrt war ereignislos aber wunderschön – Frankreich ist einfach bisher mit Abstand das schönste Land, wenn man hindurchfährt. Es gab eigentlich keine Schandflecke zu sehen, nur schöne alte Dörfer und wunderschöne Natur.
Als wir dann in die Camargue eintauchten, konnten wir auch alle Tiere, die wir sehen wollten, sofort abhaken: wilde Stierherden, wilde Camargue Pferdchen und jede Menge Flamingos konnte man von der Straße aus sehen. Wahnsinn, was für Wassermassen hier die Natur prägen!

Saintes Maries, wir wurden gewarnt, sollte ein recht touristischer Ort sein. Da wir aber ja Mitte März dort auftauchen, würde es schon nicht so schlimm und voll sein. Wir interessierten uns eh mehr für die Camargue, den Strand und die Natur.

Der Campingplatz war riesig, 2/3 der Plätze noch abgesperrt, nur ein Sanitär-Gebäude geöffnet. Wir wurden in die Nähe dieses Gebäudes platziert und auch gleich in die Nähe des einzigen Ausgangs zum Strand. Sehr gut, so wollten wir das. Nach einem Platz-Tausch (wir wollten nicht eingepfercht stehen, wenn überall drum herum alles frei war) schlugen wir das Camp auf. Die Sonne schien, es war herrlich warm, erstmal die Schuhe aus und barfuß laufen!
Die anderen deutschen Camper drei Plätze weiter wollten anscheinend ihre Ruhe haben – also ließen wir sie auch in Ruhe. Den Abend genossen wir am Strand mit Sonnenuntergang und einem leckeren Schwarzwald-Bier.
Laaange nicht so gut geschlafen – am nächsten Tag wollten wir die Camargue nach einem leckeren Cappuccino zu Fuß erkunden. Die Strecke wurde dann doch recht lang, aber wir sahen Flamingos, soweit das Auge nur reicht. Und eine Menge französische Wochenend-Gäste auf Fahrradtour und Touristen, die geführte Ausritte auf Camargue-Pferden mitmachten.
Nach fünf Kilometern auf einem Weg zwischen den Becken hindurch fanden wir einen Übergang zum Strand, an dem wir die ganze Strecke wieder zurück laufen wollten. Gina humpelte schon seit Tagen nicht mehr, auch wenn ihre Kralle weiterhin von einem Verband geschützt wurde. Sie war aber sehr müde, der plötzliche Wetterumschwung auf Temperaturen über 20 Grad war mit ihrem vielen Fell etwas schwierig. Wir versuchten, sie ein Stück der Strecke zu tragen – aber 21 Kg sind einfach zu viel.

Am Strand suchten wir uns ein windgeschütztes, sonniges Plätzchen in den Dünen, aßen und tranken was und einer nach dem anderen fiel in einen gemütlichen Mittagsschlaf 🫠

Der Rückweg am Strand war ebenfalls sehr schön, es gab Unmengen von Muscheln, und als wir zurück zum Bulli kamen mussten wir feststellen, dass sich alle neuen Gäste anscheinend um unseren Bulli herum einquartiert hatten.

Waren wir erst zu dritt auf den 6 Stellplätzen, waren nun fünf belegt. Ein Camper aus Brake (zu Olafs Freude), ein Camper aus Osterholz-Scharmbek (beides bei Bremen, also beides zu meiner Freude) und ein Schweizer hatten sich zu uns gesellt. Die komischen Karlsruher hatten ihr Wohnmobil nun so gedreht, dass sie von allen anderen abgeschottet waren – man hätte nicht deutlicher machen können, dass man keinen Bock auf andere Leute hatte.

Mit den Brakern kamen wir natürlich sofort ins Gespräch. Der Werder-Fan hatte unseren Pauli Aufkleber gesehen und sich sofort hinter uns eingereiht, sagte er. Nettes junges Pärchen mit einem bald zweijährigen Sohn auf Elternzeit-Reise.
Der Schweizer hatte seine (noch arbeitende) Frau zu Hause gelassen und war alleine auf Tour. Wenigstens noch ein anderer Bulli zu unserer Unterstützung, denn alles andere waren Plastikbomber.

Am nächsten Tag bekamen wir ordentlichen Wind, aber dazu leckere 25 Grad und Sonne. Yay! Nach einem Bulli-Office-Vormittag machten wir mit Rädern + Wauwi-Hänger in kurzen Hosen eine weitere Tour in die Camargue. Leider trafen wir weder Stiere noch Wildpferde – die sollten sich weiter im Osten – ca. 25km mit dem Fahrrad vom Campingplatz entfernt – herumtümmeln. Doch mit Wauwi und recht starkem Westwind wollten wir nicht riskieren, auf dem Rückweg irgendwann mit leerem Akku bei Olafs E-Bike dazustehen – denn sein Fahrrad musste immer den Wauwi-Hänger mit Gina darin ziehen, was der Akku gar nicht gerne mochte auf Dauer. Und da Ginas Pfote lange brauchen würde, um zu verheilen, durfte sie momentan nur sehr kurze Strecken am Fahrrad mitlaufen. Was für ein Scheiß..das hätte ich uns echt ersparen können mit der herausgerissenen Kralle..

Nachdem wir am Strand wieder eine schöne Picknickpause eingelegt hatten, ging es die gleiche Strecke zurück (etwas langweilig, aber am Strand war der Sand zu weich und wir konnten diverse Leute mit E-Bikes beobachten, wie sie sich über den Strand quälten..).
Abends mussten wir schon wieder den Bulli packen, da es am Dienstag Morgen sehr früh losgehen sollte – auf nach Spanien. Ich hatte bei Park4Night eine Fischzucht entdeckt, wo fünf Stellplätze für Camper angeboten wurden, inkl. einer Dusche, Strom und Toiletten für lächerliche 20 EUR pro Nacht. Sowas brauchten unsere Konten dringend nach den 4,5 Monaten (OMG) in teuren Ferienbutzen..

Auf dem Weg nach AiguaNatura del Portes wollten wir noch Carcassonne besuchen – ich war 2006 schonmal mit Malte+Yvo dort, aber wir waren etwas verpeilt und haben uns die normale Altstadt angeschaut und nicht den richtig alten Teil, nach dem das Spiel entstanden ist 😂 Das wollte ich definitiv nochmal nachholen!

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