Also mal ehrlich – so kitschig, so spießig, so sonnig, soooooo SCHÖN! Boah, sind wir solche Spießer?
Aber meine Fresse, es war wirklich, wirklich einfach nur schön in Südtirol. Ok, die Düngezeit hätte nicht sein müssen – irgendwie hats die meiste Zeit nur nach Kuhdung gestunken 🤢 – aber diese Kulisse, diese Natur, diese Wanderwege, dieses Wetter… egal wo du warst, egal welchen Weg du gegangen bist, egal welche Wanderroute wir bei Komoot ausgesucht oder auch selbst geplant haben – es gab keine Einzige, die doof war. Es gab nichtmal eine Mittelmäßige. Und wir sind in den 3,5 Wochen, die wir dort waren, fast täglich irgendeine neue Route gewandert.

Um das Ganze auch noch abzurunden, mussten wir natürlich den Anfang der Skisaison mitnehmen – und zwar auf der Plose in Brixen. Dort hatten sie schon am 2.12. geöffnet – wir dachten aber, dass an dem Wochenende der Ansturm eventuell zu groß sein würde. Also planten wir stattdessen den 7.12. – Donnerstag – ein. Den Italienern stand ein langes Wochenende bevor (Mariä Empfängnis), und ab Freitag sollte überall die Hölle los sein. Zeit für uns, dann auf unserer Trieferhofer Alm bei den Eseln zu bleiben, die Laufenten zu beobachten und nochmal Runden hoch zum Marinzen-Lift zu wandern, statt uns diesen Trubel zu geben. Donnerstag sollte der einzige sonnige Tag werden – die angesagten -9 Grad ignorierten wir einfach mal.
Also um 10 Uhr mit Skiausrüstung für Olaf raus aus dem Skiverleih, hoch mit der Gondel auf die Plose, den Wauwi natürlich im Schlepptau. Ich würde mir meine Snowboard-Ausrüstung später holen, wenn Olaf mich ablöst mit der Wauwi-Wache. Und was soll man sagen – da oben war fast niemand.. unglaublich.. frisch präparierte Pisten, strahlender Sonnenschein, königsblauer Himmel, nix los… Brandneue Liftanlage (sie waren sogar noch dabei, die letzten Arbeiten an der Außenanlage vorzunehmen). Ein paar Familien mit Kindern zum Rodeln und ein paar verstreute Skifahrer und Snowboarder.. sonst… nüschd! Die Pisten gehörten uns!

Gina und ich wanderten erstmal wieder den Wanderweg in Richtung Rossalm – aber da diese an dem Tag noch geschlossen war und der Weg dorthin doch recht weit war letztes Mal, drehten wir nach einiger Zeit wieder um, fuhren mit der Gondel nach unten und besorgten mir schonmal die Snowboard-Ausrüstung.
Als ich dann mit Wauwi und Ausrüstung zurück oben war, kam die Ablösung durch einen strahlenden, glücklichen Olaf, der sich mit dem Wauwi vor die Hütte in die Sonne setzte. Ich also los, runter zum Sessel und dann über absolut leere, traumhafte Pisten bei strahlendem Sonnenschein (und es war gar nicht kalt!) bis zum äußersten Winkel des Skigebiets, runter zum Schlemmer, von dort wieder hoch mit der Gondel und das Ganze wieder rückwärts zurück bis zur Plose. Aber leider hat mein blödes, vor Ewigkeiten (dank eines blöden, alten Sesselliftes) operiertes Knie von Anfang an totale Zicken gemacht. Jedes Mal, wenn ich im Lift oder auf der Piste saß oder mal kurz anhalten musste, zwickte und biss und riss es im Knie… das war nicht gut.. und tat weh… vielleicht ist dieses verdreht stehen auf dem Board inzwischen nicht mehr das Richtige für mich 🙁 Und so gut wie diesmal waren meine Knie und mein ganzer Körper noch nie vortrainiert für die Piste – durch die ganzen Wanderungen mit vielen Höhenmetern waren die Vorraussetzungen die Besten ever… AAAAAHHHHHRRRGHHHH

Also zurück auf die Hütte, Olaf die Pisten überlassen und mit dem Wauwi in der Sonne hocken und Bier und Kaiserschmarrn zum Trost reingepfiffen.. auch nicht schlecht. Aber es fuchst mich doch ziemlich, dass ich das Board wohl langsam an den Nagel hängen muss… vielleicht mal mit Skiern probieren..auch wenn die Dinger mir Angst machen.
Olaf konnte wenigstens die leeren Pisten noch den ganzen Nachmittag ausreizen, und am nächsten Tag konnten wir beide zufrieden über unseren Muskelkater klagen 😀

Insgesamt muss man wohl sagen, dass die Zeit in Südtirol einfach nur entspannt und superschön war. Wir hatten zwar weniger Schnee auf unseren 1300m Höhe als ihr in Hamburg, Berlin und Bremen – und im Harz bei Inga + Sascha war sowieso wieder unendlich geil viel Schnee – aber wir konnten dann wenigstens hoch auf die Seiser Alm oder die Plose, wenn wir richtig Schnee sehen wollten. Am Schlern-Massiv konnte man sich einfach nicht satt sehen und wir hatten in den 3,5 Wochen wohl ungefähr 3 oder 4 Tage ohne Sonne… in Hamburg wäre es umgekehrt gewesen.. wenns gut gelaufen wäre… in 3,5 Wochen 3 oder 4 Tage mit Sonne..

Am Samstag (9.12.) sind wir dann – wohlweislich einen Tag vor den ganzen abreisenden Italienern – schon nach Apiro in unser Winterquartier gefahren. Aber darüber wird im nächsten Beitrag geschrieben 😉

Wokenfusion

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